Der Bau der Mauer

Bereits im Sommer 1945 wurden Demarkationslinien zischen die so genannte Zonengrenze gezogen. Diese bestanden aus Farbmarkierungen an Bäumen, Schlagbäume und weiß-gelbe Holzpfeiler. Um diese Grenzmarkierungen überschreiten zu können benötigte man von nun an eine Genehmigung. Die betraf insbesondere die Bauern und Pendler, für die eigens ein „Kleiner Grenzverkehr“ eingeführt wurde. Am 01.12.1946 erschien auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration die Grenzpolizei und der Gebrauch von Schusswaffen wurde angewiesen. Um eine Reise in die Westzone durchzuführen musste nun jeder der die Grenze passieren wollte einen Interzonenpass beantragt. Um die Grenzanlagen nicht umgehen zu können, errichtete die Ostseite zudem Stacheldraht-Hindernisse. Insbesondere in Waldgebiete, an grenzüberschreitenden Straßen, und an Wegen wurden Straßensperren aufgebaut. Zu dieser Zeit flüchteten viele Bürger aus der DDR in die Bundesrepublik, oft unter lebensbedrohlichen Situationen und auch mit außergewöhnlichen Fluchtpraktiken. Die innerdeutsche Grenze wurde seit 1952 Kraft starker Bewachung durch das Ost-Militär, hohen Mauern und Grenzzäune sowie Alarmvorrichtungen und Minen gesichert. Die fünf Kilometer breite Sperrzone durfte nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden. Vor der Grenze gab es ein zehn Meter ausgesteckten Kontrollstreifen gefolgt von einer 500 Meter breiten Schutzlinien.

In der Zeit des Berliner Mauerbaus bis zur Fertigstellung konnten 3,5 Millionen Menschen aus der Sowjetischen Besatzungszone nach West-Berlin flüchten. Zudem gelange es vielen über Polen und die Tschechei in den Westen durch zu dringen. Diese Abwanderung bedrohte die Wirtschaftslage der DDR, da oft junge und gut ausgebildete Menschen flohen und letztendlich den Bestand des Staates verringerten. Die so genannten Grenzgänger, etwas 50.000 Ost-Berliner, lebten derzeit zu den finanziell günstigeren Bedingungen im Ostenteil der Stadt und arbeiteten im Westen. Dies änderte sich am 04.08.1961 durch eine Verordnung, die die Grenzgänger verpflichtete, sich zum einen registrieren zu lassen und zum anderen künftig Miete und Nebenkosten in D-Mark zu zahlen. Trotz intensiver Kontrolle durch die Volkspolizei florierte der Devisenschwarzmarkt und Schmuggel. Dadurch wurde die Planwirtschaft auf der Ostseite zusätzlich geschwächt. Durch den darauf folgenden Bau der Mauer signalisierten die Machthaber des Ostblocks sich endgültig von dem „Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat“ zu distanzieren.

Auch wenn sich Staatsratsvorsitzender der DDR Walter Ulbricht am 15.Juni 1961 gegenüber der Frankfurter Rundschau, gegen den Bau der Mauer aussprach, wurde knapp ein Monat später eine Grenzsperre, mit Einsatz „bewaffneter Organe“ nach West-Berlin errichtet. Seitens der SBZ wurde erklärt, dass der stetig steigende Flüchtlingsstrom diese Maßnahme erforderlich macht. Insgesamt 14.500 Menschen, zusammengerufen aus der Deutschen Grenzpolizei, der Volkspolizei und Angehörige der Betriebskampfgruppe wurden verpflichtet in der Nacht vom 12.-13.08.1961 die Straßen und Gleiswege nach Westberlin abzuriegeln. An den alliierten Grenzübergängen waren Sowjetische Truppen präsent und alle bis dahin noch bestehenden Verkehrsverbindungen wurden gestoppt. Für die Planung und Umsetzung des darauf folgenden Mauerbaus war der damalige ZK-Sekretär Erich Honecker verantwortlich. Obgleich man von „Der Nacht des Mauerbaus“ spricht, dauerte es noch einige Tage, bis sie vollends errichtet war. In dieser Zeit schafften es insgesamt 216 Menschen, darunter auch Deserteure nach Westberlin zu fliehen.

 
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